Schachabteilung SV Blau-Weiß Concordia Viersen

Turniere

Solinger Karnevals-Open (4.-6. 3. 2011)

Freitag am späten Nachmittag entschied ich mich kurzfristig, übers Wochenende ein Turnier zu spielen. Eine halbe Stunde später war ich auf dem Weg nach Solingen, fand dort nach einem kleinen Umweg – und mit der freundlichen Hilfe einer Düsseldorfer Schachspielerin – das vereinseigene Schachzentrum, zwei Minuten vor Anmeldeschluß, und bekam so gerade noch den letzten freien Platz auf der Teilnehmerliste. Das war knapp.

Freitag abend, 1. Runde: Die Startrangliste nach dem Prinzip ELO vor DWZ bescherte mir in der ersten Partie Weiß gegen einen moderat stärkeren Gegner, Christof Wulfken aus Leverkusen. Im Mittelspiel geriet ich in die Defensive, und in beiderseitiger Zeitknappheit verlor ich zwei Figuren gegen einen Turm (außerdem verlor ich ein wenig den Überblick und dachte zwischenzeitlich, ich hätte eine Qualität gewonnen), bekam danach aber Gegenspiel mit einem Freibauern und gewann damit eine Figur zurück. Nach der Zeitkontrolle hatte sich der Pulverdampf verzogen, das Material war in etwa ausgeglichen, wir spielten noch zehn Züge bis zum Remis. Es war die längste Partie des Abends, die Rückfahrt war spät, die Nacht entschieden zu kurz.

Samstag vormittag, 2. Runde: Mit Schwarz gegen den Oberliga-erfahrenen Neu-Düsseldorfer Adam Hantak, mein stärkster Gegner in diesem Turnier. Nach der Eröffnung manövrierte ich mich in eine unbewegliche und eingeengte Aufstellung. Mein Gegner nahm sich alle Zeit der Welt, um eventuelles Gegenspiel zu verhindern und nach und nach den Druck am Königsflügel zu verstärken. Als ich mich endlich am Damenflügel befreien konnte, war es am Königsflügel zu spät, wenige Züge nach der Zeitkontrolle gab ich auf.
Kontrastprogramm am Nachmittag: In der 3. Runde hatte ich Weiß gegen Stefan Junker aus Bad Salzuflen, mit einer DWZ von ca. 1700 mein schwächster Gegner im Turnier. Im Mittelspiel drehte sich der Kampf um einen Isolani, worüber mein Gegner für einen Moment seinen Königsflügel außer Acht ließ. Ich sah meine Chance, brachte ein klassisches Opfer auf e6, drei Züge später hatte ich die Partie gewonnen.

Sonntag vormittag, 4. Runde: Ich spielte mit Schwarz gegen einen neuen Bekannten, Rene Lasschuit aus Amsterdam, den ich am Freitag vor der 1. Runde kennengelernt hatte. Nach der Eröffnung war ich im Begriff, die Stellung auszugleichen, als mein Gegner mit einem zu forschen Angriff eine Qualität verlor. Der Rest war Technik, langwierig, aber nicht allzu schwierig: Ähnlich wie es mir in der 2. Runde widerfahren war, unterband ich zunächst jedes Gegenspiel und manövrierte dann so lange, bis ich nach der Zeitkontrolle eine Gewinnstellung erreicht hatte.
Sonntag nachmittag, 5. Runde: Zum Abschluß hatte ich nochmals Weiß gegen den Düsseldorfer Regionalliga-Spieler Stefan Flesch. Ich begann verhalten, tauschte im Mittelspiel viele Figuren und wenige Bauern ab, nahm dabei einen kleinen Stellungsnachteil hin, hielt die Partie aber durchgehend in der Remisbreite. Mein Gegner kam mir dadurch entgegen, daß er die Bauernstellung geschlossen ließ, tauschte nach dem 40. Zug schließlich noch die letzten Figuren ab und bot dann Remis.

Bilanz des Wochenendes: Fünf Partien, davon vier zufriedenstellend bis gut, nur gegen einen deutlich stärkeren Gegner trostlos verloren. Gegen zumeist gleich starke oder etwas stärkere Gegner war ich immer gefordert, das hatte seinen Reiz. Das Ergebnis reichte für Platz 23 im 75 Teilnehmer starken Feld, am Ende fehlte nur ein halber Buchholz-Punkt zum Ratingpreis.

Danke an die Veranstalter für das gut organisierte Turnier und an die kompetente Turnierleitung, Danke an die Teilnehmer für die freundliche und faire Atmosphäre, Danke an meine Gegner für die Partien, und Danke an Vitalia für die Hinweg-Finde-Hilfe.

Christoph Hollender

 

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Stand: 7. März 2011