Schachabteilung SV Blau-Weiß Concordia Viersen

Turniere

Remscheider Stadtmeisterschaft 2011 (14. 1. - 25. 3. 2011)

Wenn man in seiner heimischen Region an Turnieren teilnimmt, trifft man doch zumeist auf bekannte Gesichter. Man weiß ungefähr wie die Leute spielen und kann sich darauf einstellen. Selbst bei überregionalen Turnieren gilt dies teilweise. Spielt man jedoch ein Turnier in einem anderen Bezirk, so hat man die Möglichkeit Bekanntschaft mit dem Unbekannten zu machen. Spieler, gegen die man noch nie angetreten ist, und ein Modus, den man noch nie gespielt hat, Fischer 90 Minuten + 1. Man wartet einfach auf die Dinge, die da kommen.

Aufbruch ins Unbekannte
1. Runde (Fr. 14.01.11) Joachim Görke (2041) – Sascha Verkoyen

Durch das ausgeglichene Mittelfeld war bereits im Vorfeld ein hohes Brett in der ersten Runde zu vermuten. So kam es dann auch. Brett 2, ein unbekanntes Gefühl, mit Schwarz. Mal sehen wie lange ich mich in der Partie halten kann, war mein Gedankenspiel nach der Auslosung. Dann ging es los, die Uhren wurden angestellt und die schwarzen Figuren wollten zu einem wahren Sturmlauf auf die gegnerische Stellung ansetzen. Doch nach einer halben Stunde war alles vorbei.

Ergebnis: 0 – 1 (kl)

Hiermit stieß ich in unbekannte Regionen der Tabelle vor, Platz 1. Ich überlegte kurz die Tabelle einzurahmen und meine aktive Karriere zu beenden. Doch dann wurde mir wieder klar, dass noch ein Aufstieg mit der Mannschaft erreicht werden muss. So bleibe ich dem Schachspiel dann wohl doch erhalten. 

Heimspiel
2. Runde (Mi. 19.01.11) Sascha Verkoyen – Dr. Michael Hanisch (1934)

Nachdem mein Gegner es schaffte mich auf Umwegen zu erreichen, trugen wir die Partie im privaten Rahmen bei mir zu Hause aus. Den Fischer-Modus schafften wir aus technischen Gründen ab und spielten eine Partie, über die ich nur wenige Worte verlieren möchte, denn sie war grottenschlecht. Nach nur wenigen Zügen stellte ich eine Qualle ein und danach war Hopfen und Malz sowie die „sensationelle” Tabellenführung verloren.

Ergebnis: 0 – 1

Bauernsturm mit Hindernissen
3. Runde (Fr. 04.02.11) Kurt-Wilhelm Müller (1464) – Sascha Verkoyen

Gegen das Königsgambit meines Gegners experimentierte ich um einen Gegenstoß im Zentrum zu erhalten. Dabei öffnete ich meine e-Linie was zu einer Fesselung des unrochierten Königs führte. Nach viel hin und her überlegen entschied ich mich dafür den König mit der langen Rochade in Sicherheit zu bringen. Die Stellung war zu diesem Zeitpunkt subjektiv alles andere als angenehm. Doch dann sollte sich das Blatt wenden. Nach dem Abtausch mehrerer Figuren bekam ich komfortables Spiel mit einem Bauern mehr. Zudem war mein Gegner am Damenflügel gänzlich nicht entwickelt. Mit einem Bauersturm, an dessen Ende ein Bauer auf c2 und einer auf d3 stand, gelang es den Damenflügel komplett zu blockieren und die verbliebenen Figuren zu binden. Danach dauerte es zwar noch zwanzig Züge bis der c-Bauer zur Dame wurde, was ich laut PC auch einfacher hätte haben können, aber nach langer Zeit wieder ein Sieg mit Schwarz.

Ergebnis: 0 – 1

Konterspiel
4. Runde (Fr. 18.02.11) Christian Hosnjak (1665) – Sascha Verkoyen

In den ersten 16 Zügen war mein Gegner schlicht überlegen. Nach entgegengesetzten Rochaden hatte ich alsbald den g- und h-Bauern bedrohlich nahe vor meiner Königsstellung stehen. Ich stellte mich schon darauf ein früh wieder zu Hause zu sein, mit einer Niederlage im Gepäck. Im 17. Zug spielt mein Gegner jedoch auf Sicherheit und beendete die lange Rochade, was die Partie kippen ließ. Ich gewann einen Bauern und hatte eine Gabeldrohung auf dem Brett. Um meine gedrückte Stellung zu verbessern versuchte ich zudem die Damen vom Brett zu bekommen, um die immer noch vorhandenen gegnerischen Drohung abzuwenden. Mein Gegner wollte sich jedoch nicht auf den Damentausch einlassen, was ihn letztlich die Qualität kostete. Dieser Vorteil wurde alsbald in eine ganze Figur umgewandelt. Kurz vor Ende der Partie bekam ich dann auch die Gelegenheit den weißfeldrigen Läufer und den danebenstehende Turm zu entwickeln, welche bisher nicht mitgespielt hatten, um das Endspiel erfolgreich gestalten zu können.

Ergebnis: 0 – 1

Damit konnte ich in der Spitzengruppe der Remscheider Stadtmeisterschaft festsetzen. Mal sehen für wie lange.

Hochmut kommt vor dem Fall
5. Runde (Fr. 25.02.11) Sascha Verkoyen – Florian Scholz (1244)

Dieser Gegner war trotz der DWZ nicht zu unterschätzen, hatte er doch schon wesentlich stärkere Spieler geschlagen. Dementsprechend konzentriert ging ich in die Partie und schaffte es mein Spiel aufzuziehen. Bald hatte ich eine Figur mehr, was allerdings dazu führte, dass ich ab diesem Zeitpunkt versuchte die Partie einfach runterzuspielen. Damit verflachte jedoch alles in Richtung Remisbreite. Eine Chance den Sieg einzufahren gab es dann doch noch, leider verpasste ich diese aus Frust.

Ergebnis: ½ – ½

One bad move
6. Runde (Fr. 11.03.11) Holger Freiknecht (1881) – Sascha Verkoyen

Heute hatte ich nichts zu verlieren und spielte daher eine Eröffnung die ich kaum kannte, und mein Gegner überhaupt nicht. Als vier Züge gespielt waren, musste er eine geschlagene dreiviertel Stunde nachdenken. Beim Fischer Modus ohne Restzeit eine knifflige Angelegenheit. Man sagte mir Herr Freiknecht sei ein sehr passiver Gegner der nur darauf wartet, dass der Gegner einen Fehler macht. Aus diesem Grund versuchte ich es mit einem Taktikfeuerwerk. Leider war dieses ein Blindgänger. So dass es schließlich der eine Fehler war, welcher die Partie entschied.

Ergebnis: 1 – 0

Alles oder nichts
7. Runde (Fr. 25.03.11) Sascha Verkoyen – Maks Bekker (1537)

Die Ausgangslage vor dieser siebten Runde war klar: Ich war verdammt zu gewinnen und meine direkten Konkurrenten mussten verlieren, damit ich eine Chance auf den Preis in der Ratingkategorie < 1520 habe. Betrachtet man die jeweiligen Gegner, hatte ich die beste Ausgangsposition. Das wollte ich nutzen. Wenn man verschiedene schachpsychologische Bücher aufschlägt, heißt es stets, dass gegen ältere Herrschaften Taktik auf das Brett gehörte in der Hoffnung, dass jenen eine Fehlberechnung unterläuft. So brachte ich alles, was auch nur im Entferntesten nach Taktik aussah, auf das Brett, was ich in eine bestimmten Variante das Franzosen einen Einschlag auf h7 bedeutetet. (An dieser Stelle liebe Grüße an Ralph Bemba.) Zwar war die erste Verwirrung auf dem Brett gestiftet, doch weitere taktische Versuche schlugen fehl, so wir uns schlussendlich in einem Doppelturmendspiel mit einem Bauern mehr auf meiner Seite befanden. Positioneller geht es wohl kaum. Als mir mein Gegner Remis anbot, zeichnete sich eine Niederlage des Tabellenführers der Ratinggruppe bereits ab, weshalb ich ablehnen musste. Am Ende war es aber die bessere Endspieltechnik des Remscheider, Seniors welche den Ausschlag gab.

Ergebnis: 0 – 1

Die Remscheider Stadtmeisterschaft ist ein Turnier mit ganz eigenem Charme, ist noch nicht alles aufgebaut, legen die Spieler eben selbst Hand an. Sitzen die Kontrahenten schon am Brett, kann es auch sein, dass es schon eine Viertelstunde vor allen anderen Partien losgeht. Dies mag darin liegen, dass es sich hier um ein vereins-eigenes Turnier handelt, was mich sozusagen zu einem Schachmigranten machte. Doch ich wurde stets herzlich willkommen geheißen, auch wenn ich nicht zum Remscheider Schachclub gehörte. Daher sei jedem, den es mal nach Remscheid verschlägt, dieses Turnier bzw. das Schnellschach-Open „Bergischer Hammer” empfohlen. Auch persönlich war diese Stadtmeisterschaft für mich trotz des verpassten Preises ein gutes Turnier. Einzig die Runde 5 war ein schwarzer Fleck und die Runde 7 die Folge daraus.

Sascha Verkoyen

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Stand: 31. März 2011