Schachabteilung SV Blau-Weiß Concordia Viersen

Turniere

 

NRW - Schnellschach - Meisterschaft

Am 30.06.2013 fand in Oer-Erkenschwick der NRW-Cup, der gleichzeitig NRW-Schnellschach-Einzelmeisterschaft und somit Qualifikationsturnier zur Deutschen Schnellschach-Meisterschaft war, statt. Laut Ausschreibung sollte dies gleichzeitig auch die Frauen-Meisterschaft sein, und da schon die NRW-Frauen-Blitzmeisterschaft 2013 mangels Anmeldungen ausgefallen war, meldete ich mich zu diesem Turnier an (irgendwo in NRW muss es doch noch Schach spielende Frauen geben  ).

Ich machte mich also samt Familie am Sonntag früh auf den Weg. Mit mir kamen auch noch viele andere Schachspieler, am Ende waren es ca. 230 Teilnehmer. Was für eine Menge.

Das Turnier begann bereits mit einer Stunde Verspätung, denn 1. war die falsche Anschrift in der Ausschreibung angegeben, so dass nun alle erst zum richtigen Spielsaal geleitet werden mussten, 2. noch Teilnehmer kamen, die sich nicht vorangemeldet hatten. So war der Zeitplan schon dahin. Gespielt wurde 7 Runden lang in 7 Gruppen, es gab keine Frauengruppe separat, ich spielte in Gruppe 5 (in meiner Gruppe 40 Teilnehmer, wobei ich in der Rangliste Nummer 19 einnahm). Es gab einen Spielsaal ohne Fenster mit zwei Türen auf der gleichen Seite des Saals. Die Luft und auch die Temperatur im Saal war also entsprechend. Alle Runden dauerten bei dem Spielmodus (25 Minuten je Spieler + 10 Sekunden je Zug) weit länger als eine Stunde, so waren wir entsprechend gegen 21:40 Uhr fertig, dann noch auf die Auswertung mit Siegerehrung warten und kurz nach 22 Uhr war ich wieder beim Auto.

Lobend sei an der Stelle die Leistung des Schiedsrichters unserer Gruppe (die anderen Schiedsrichter kann ich nicht beurteilen) erwähnt. Er verlor zu keiner Zeit den Überblick, auch wenn es ihm der eine oder andere Spieler nicht leicht machte und auch die Nerven vieler Spieler sichtlich angegriffen waren wegen der weit fortschreitenden Tageszeit.

Ich startete mit einem Sieg ohne Probleme gegen einen sehr jungen Mann (meine Tochter würde „Teenie” sagen) ins Turnier, als 19. von 40 bekam ich den zweitschlechtesten Gegner der Gruppe. Dafür saß ich dann gleich in Runde 2 am ersten Brett und spielte gegen den Zweiten der Startliste. Hier gelang mir ein Remis (wer schlechtes denkt – es war natürlich nach meiner Art und Manier ein ausgespieltes Remis mit wenig Zeit auf beiden Seiten für ein Endspiel, das eine genaue Fortsetzung erfordert hätte). Anschließend spielte ich gegen irgendeinen Gegner (Name und Startnummer weiß ich nicht mehr) erneut Remis. Auch hier war es natürlich ausgespielt – am Ende König und Bauer in weiß gegen König und Bauer in schwarz. In Runde 4 hatte die Konzentration bei mir schon kein Einsehen mehr. Gegen einen von der Papierform eher schwächeren Gegner (Startnummer 34) stellte ich zuerst einen Bauern aus unerfindlichem Grund ein, anschließend war er stark genug, mir die Stellung total zu zerschlagen. Klar verloren. Immerhin hatte ich nach 4 Runden somit 2 aus 4 Punkte (war ja klar in dieser Saison). Kopf hoch und nicht verzagen, es fehlten noch 1½ Punkte, um am Ende meine üblichen 50 % zu erreichen. In der darauffolgenden Runde hatte ich wieder einen stärkeren Gegner (ich glaube Rang 6 der Startliste). Hier war der Höhepunkt der Konzentrationslosigkeit endgültig erreicht – zum Glück auf beiden Seiten. Jeder von uns hätte sicher während der laufenden Partie immer mal wieder entscheidenden Vorteil erlangen können. Am Ende hatte ich das bessere Ende auf meiner Seite und mein Gegner stellte im Endpiel König und Turm gegen König, Turm und Springer seinen Turm durch eine Springergabel ein. In der Vorschlussrunde musste ich gegen einen zweiten „Teenie” ran (ich kannte ihn vom Turnier in Krefeld – hatte einen Teil eines seiner Spiele gesehen und entsprechend Respekt vor dem jungen Mann). Die Uhr ging immerhin schon auf 20 Uhr und es war für alle Spieler schon jetzt ein laaaaaanger Tag. Mein Gegner konnte zu dieser Uhrzeit offensichtlich gar keinen klaren Gedanken mehr fassen (er tat mir echt leid). Am Ende Punkt für mich – und nun hatte ich bereits 4 Punkte – Soll erfüllt. Vor der Schlussrunde stand ich in der Tabelle auf Rang 10. Da meine Familie dabei war, überlegte ich an dieser Stelle, ob ich die letzte Runde sausen lasse – meine Tochter musste ja am Montag wieder zur Schule. Nach einer kurzen Beratung mit meinen Begleitern spielte ich dann aber doch das Turnier zu Ende. Also schnell noch einen Traubenzucker einwerfen – vielleicht klappt es ja noch einmal mit einem halben oder ganzen Punkt? Mein Gegner (Startnummer 23 glaube ich) erschien 5 Minuten zu spät – aber ich hatte ihn in der Bedenkzeit schnell eingeholt (übrigens stand ich bis zum Endspiel in den meisten Spielen wesentlich schlechter in der Zeit und musste dann die Endspiele etwas schneller abwickeln – in Runde 5 kamen mir hier die 10 Sekunden pro Zug sehr gelegen!). Irgendwann im letzten Spiel gewann ich einen Läufer, es standen ansonsten nur noch je ein Turm und mehrere Bauern auf dem Brett – daher gab mein Gegner dann auch schnell auf. Insgesamt also stolze 5 Punkte und am Ende Rang 5 in meiner Gruppe mit dem zugehörigen Preisgeld. Und was ganz wichtig für mich ist: ich bin von den 50 % losgekommen !

Wie ich jetzt im „Frauenturnier” abgeschnitten habe ist noch nicht gesagt worden (bzw. war ich nicht bis zum Ende aller Siegerehrungen dabei) – weiß ich also nicht.

Insgesamt war es ein sehr anstrengender Tag für alle Beteiligten, aber es war auch eine nette Erfahrung.

Andrea Hähnel

Kurzbericht beim Schachbund NRW  ·  Turnier-Tabellen

 

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Stand: 2. Juli 2013