Schachabteilung SV Blau-Weiß Concordia Viersen

Turniere

 

NRW-Einzelmeisterschaft der Frauen 2014

Nachdem ich mich in den Osterferien durch Anmeldung für die niederrheinische Verbandsmeisterschaft der Frauen (als einzige angemeldete Spielerin) für die NRW-Einzelmeisterschaft qualifiziert hatte, nahm ich nun an dieser auch teil. Glücklicherweise fand sie dann tatsächlich statt, obwohl nur fünf Spielerinnen antraten (laut Reglement müssen es mindestens sechs Teilnehmerinnen sein – die sich auch angemeldet hatten, leider konnten nach einer kurzfristigen Absage jedoch nur fünf starten). Der Turnierleiter, Dr. Johannes Baier, ließ das Turnier dennoch stattfinden, da einige Spielerinnen bereits ihre Hotels gebucht sowie alle ihren Urlaub für die Meisterschaft geplant hatten.

Vom 11. bis 15.Oktober 2014 wurde also nun in Solingen die NRW-Frauen-Meisterin im Schach gesucht. Bei fünf Teilnehmerinnen wurde die Meisterschaft im Rundenturnier (jede gegen jede, wobei jede einen Tag spielfrei hatte, was gerade für die von weit angereisten Spielerinnen nicht so angenehm war) gespielt. Bei der gastgebenden SG Solingen wurde in deren Räumlichkeiten in entspannter Atmosphäre der Sieg ausgekämpft.

NRW-Meisterschaft der Frauen 2014

v.l.n.r.: Andrea Brinkmann (Gütersloher SV), Andrea Hähnel (BW Concordia Viersen),
Dorota Weclawski (Düsseldorf SK), Elsbeth Stoffers (SC Steinfurt), Kathrin Sewald (SG Porz)

Das Turnier startete mit zwei Schwarz-Siegen: während sich die Favoritin des Turniers, WFM Dorota Weclawski, in ihrer Partie gegen Elsbeth Stoffers durchsetzte, konnte Kathrin Sewald überraschend die OWL-Meisterin Andrea Brinkmann bezwingen. Es muss betont werden, dass in Ost-Westfalen die einzige Qualifikantin für die NRW-Meisterschaft ausgespielt wurde, Andrea Brinkmann also die einzige Teilnehmerin des Turniers war, die sich für die Teilnahme an der Meisterschaft „anstrengen” musste.

Zum Glück hatte ich am ersten Spieltag frei und konnte dadurch an der Präsidiumssitzung des Schachbundes NRW teilnehmen, die am gleichen Ort zeitgleich stattfand. Schließlich sollte ich in diesem Gremium zur Frauenreferentin für NRW gewählt werden, was dann auch einstimmig geschah.

Am Sonntag, in Runde 2, kam es zum Duell der beiden nominell stärksten Spielerinnen des Turniers. WFM Dorota Weclawski setzte sich mit den weißen Figuren gegen Andrea Brinkmann durch. In der zweiten Partie des Tages gewann ich nach hartem Kampf gegen Elsbeth Stoffers, die eine durchaus unbequeme Gegnerin war. Somit konnte ich erfolgreich in das Turnier starten.

Am dritten Tag fiel bereits eine wichtige Vorentscheidung im Kampf um den Titel: WFM Dorota Weclawski besiegte mit den schwarzen Figuren die Porzerin Kathrin Sewald und lag nun mit 3/3 bereits 1½ Zähler vor mir (1½/2), da ich in dieser Runde gegen Andrea Brinkmann ein gewonnenes Endspiel nur ins Remis retten konnte. Damit reichte WFM Dorota Weclawski, die in der folgenden Runde spielfrei war, auf jeden Fall in der Schlussrunde ein Remis gegen mich zum Titelgewinn.

In der 4. Runde, am Dienstag, trennte sich Kathrin Sewald durch ein Dauerschach, mit dem ich nicht gerechnet hatte, von mir in einer für die Qualifikationsplätze sehr wichtigen Partie unentschieden. Damit lag ich mit 2/3 einen halben Zähler vor Kathrin Sewald, musste allerdings in der Schlussrunde noch gegen Spitzenreiterin WFM Dorota Weclawski antreten, während Kathrin Sewald gleichzeitig auf die bisher noch punktlose Elsbeth Stoffers traf. Diese musste sich an diesem Spieltag nach sehr langem und hartem Kampf gegen Andrea Brinkmann geschlagen geben.

Die erste Partie am letzten Tag zwischen WFM Dorota Weclawski und mir endete mit einem schnellen Remis, das meine Gegnerin mir nach nur 11 Zügen anbot. Sie wollte wohl mit dem Remis den Titelgewinn absichern. Schließlich hätte sie bei einer Niederlage diesen noch an mich verlieren können. Ich musste nicht lange darüber nachdenken, ob ich dieses Remis annehme. Die Chance, mit einem Sieg den Titel zu holen, war geringer als durch eine Niederlage den 2. Platz zu verlieren. Somit war auch bei mir die Bereitschaft, diese Partie bis zum bitteren Ende auszukämpfen, nicht allzu hoch und ich willigte zügig in das Remis ein. Kathrin Sewald setzte sich erwartungsgemäß ohne größere Schwierigkeiten gegen Elsbeth Stoffers durch.

Damit stand nach 5 Runden die neue NRW-Meisterin mit WFM Dorota Weclawski fest, die somit ihrer Favoritenrolle gerecht wurde – Gratulation zu dieser Leistung. Platz 2 ging Dank der besseren Wertungspunkte an mich. Damit bin ich ebenso wie WFM Dorota Weclawski für die kommende Deutsche Meisterschaft im Februar 2015 in Bad Wiessee qualifiziert – was für ein Wahnsinn, damit hätte ich nie gerechnet!

( Liebe Andrea, hier ist der Ort um es zu sagen: Wir alle waren sicher, dass du es schaffen kannst, und haben fest an dich geglaubt! Dein Fan-Club im Verein  )

Abschlusstabelle

NRW EM der Frauen 2014 – Rangliste nach der 5. Runde
   Teilnehmerin TWZ 1 2 3 4 5 Punkte SoBerg
1.  Weclawski, Dorota 2090  ×  ½ 1 1 1
2.  Hähnel, Andrea 1552 ½  ×  ½ ½ 1
3.  Sewald, Kathrin 1503 0 ½  ×  1 1
4.  Brinkmann, Andrea 1909 0 ½ 0  ×  1
5.  Stoffers, Elsbeth 1485 0 0 0 0  ×  0    0   

www.schachgesellschaft.de/nrw-einzelmeisterschaften-2014/frauen-tabelle/

Ein großes Dankeschön für die tolle Ausrichtung der Meisterschaft geht an den gastgebenden Schachverein, die Schachgesellschaft Solingen, sowie an Dr. Marius Fränzel, der als Schiedsrichter ein unkompliziertes Frauenturnier souverän leitete, und an Dr. Johannes Baier (2. Spielleiter SB NRW), der großen Anteil daran hatte, dass diese Meisterschaft stattfinden konnte.

Ich bedanke mich auch bei Armin, der mir einige Auszüge aus seiner Datenbank für die Vorbereitung zur Verfügung stellte, und bei Christoph, der mir ebenso Partien meiner Gegnerinnen heraussuchte, sich auch noch die Mühe machte, diese zu analysieren, um mich in fast täglichen Telefonaten während der Meisterschaft auf die Stärken und Schwächen meiner nächsten Gegnerin aufmerksam zu machen. Danke Christoph, für diesen Zeitaufwand deinerseits, du hast mir sehr geholfen!

Andrea Hähnel

Turnier-Homepage

Foto: Dorota Weclawski

 

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Stand: 29. Oktober 2014