Schachabteilung SV Blau-Weiß Concordia Viersen

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Turniere

 

Mannheim Open 2008

Am diesjährigen Open nahmen 141 Schachspieler teil. Darunter einige IMs und FMs. Unter den Teilnehmern waren nicht nur zwei bekannte Gesichter, Karl-Heinz und Andreas Bender (SF Heinsberg) – beides Teilnehmer unseres Jubiläums-Opens – sondern auch der mehrfache Deutsche Schnellschach- und Blitzschachmeister IM Karl-Heinz Podzielny.

Meine Zielsetzung für das Turnier war klar, ich wollte meine DWZ auf über 1700 steigern.

Es begann alles ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte, aber lest selbst ...

PHASE DER FRUSTRATION

Tag 1

In der ersten Runde spielte ich mit den weißen Steinen gegen den Routinier Dieter Villing (Elo 2152 /  2074) vom SK 1962 Ladenburg. Auch wenn ich nach der Partie ein kleines Kompliment erhielt: „Sie haben sich gut gewehrt”, war die Partie reicht einseitig verlaufen. Ich hatte positionell nichts entgegenzusetzen und wurde dominiert.

Tag 2

09:00 Uhr morgens – Spiel kein Schach! Teil 1
oder die 1200 er werden auch immer besser ...

David (Markus Müller, DWZ 1205) gegen Goliath (Ralph Bemba, DWZ 1692) lautete die Devise des Spiels. Vor der Partie schien die Rollenverteilung klar zu sein, nach der Partie war ich mir da nicht mehr so sicher ...
Ich kam eigentlich nie so richtig ins Spiel. Ich konnte zwar einen Bauern erobern, allerdings griff ich kurz danach daneben und hatte Mühe ein Remis zu bekommen.

15:00 Uhr und es wird nicht besser – oder DWZ-los aber nicht einfallslos ...

Mein Gegenpart Oliver Graf (DWZ –) spielt sein erstes Open mit. Er begleitet seine junge Tochter. Damit er nicht nur rumsitzt, spielte er halt mit. Was mir beinahe zum Verhängnis wurde. Ich spielte mit den weißen Steinen das Ingo-System gegen den Sizilianer meines Gegners. In folgender Stellung griff ich fehl:

Diagramm

Mein taktisches Gefühl hatte ich nicht nur in dieser Partie schmerzlich vermissen lassen. 22. Txf6! und ich komme deutlich in Vorteil 22... Lxf6 23. Sxf6
Doch stattdessen spiele ich 22. Lg5 und mein Gegner kann mit 22... Sxd5 antworten. 23. Txf8+ Lxf8. Anstatt mit 24. Lxd8 vernünftig weiterzuspielen, entkorke ich 24. Dxb3 Txb3 mit starkem Vorteil für Schwarz.
17 Züge später gewann ich glücklich, da mein Gegner ein einzügiges Matt übersah.

Tag 3

09:00 Uhr morgens – Spiel kein Schach! Teil 2
oder wie ich United Kingdom glücklich machte

Antony Rowland (Elo 1919 / DWZ 1692) mit nettem englischer Akzent war mein Spielpartner der 4. Runde. Spielpartner? Eher war ich Spielgerät. Nach nur 19 Zügen war der Spuk vorbei. Ich griff im 8. Zug ins Klo und eine Figur verabschiedete sich im Schachlokus! Ich spielte noch etwas weiter, ohne mich zu wehren. Einen Zug vor dem Matt gab ich auf.

War die eigene DWZ außerhalb des Schachbezirks nichts wert? Es kamen Zweifel auf, ob es gut war an diesem Turnier teilzunehmen.

Zum Start der 5. Runde hatte ich mir vorgenommen, alles was war zu vergessen und konzentriert aufzuspielen. Frei nach dem Motto von Oliver Kahn: Weiter, weiter, immer weiter.

Mein Gegner war Jan Wilk (Elo 1894 / DWZ 1582). Start der Runde war um 15:00 Uhr. So gegen 17:00 Uhr sitze ich beim Griechen in Ilvesheim, meinem „Heimatort”, bestelle mir einen Gyrosteller und kann mich über einen schnellen Sieg freuen. Gegen die Französische Verteidigung spiele ich besonders gerne. Nicht selten wähle ich einen ungewöhnlichen, aber durchaus erfolgreichen Aufbau gegen dieses Verteidigungssystem. Früh in der Partie konnte ich einen kleinen Vorteil erlangen, den ich nach und nach ausbauen konnte. In folgender Stellung ließ ich mir einen taktischen Schlag entgehen:

Diagramm

Angebracht war ein druckvolles Vorgehen: Txg6+ und Schwarz ist chancenlos. Ich wählte das ruhige Dg5. Wenige Züge später gab mein Gegner auf.

PHASE DES GLÜCKS

Tag 4

09:00 Uhr morgens – Spiel kein Schach! Teil 3
oder der doppelte Irrtum

Manfred Herzog (Elo 1994 / DWZ 1682) war mein Gegner. Nach wenigen Minuten kam ich mir vor wie im Film „Täglich grüßt das Murmeltier”. Früh am Morgen entglitt mir meine Stellung wieder nach wenigen Zügen.

Diagramm

Der PC empfiehlt hier u.a. 0-0. Das wusste ich aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Meine morgendliche geistige Kapazität reichte aus um folgendes zu berechnen:
0-0 gleich gähnende Leere im Kopf. Also rochierte ich.
Mein Gegner zog Sxf6+ und mir war plötzlich bewusst, ich stehe vor großen Problemen.
Ich rechnete:
A) 12... Sxf6+ 13. Lxf6 Lxf6 14. De4 g6 15. Txf6 und ich kann aufgeben.
B) 12... Sxf6+ 13. Lxf6 gxf6 ist spielbar.
Ich entschloss mich für Kandidat B. Irrtum Nr. 1, das ist eine spielbare Stellung! Der PC sagt, ich stehe platt. Irrtum Nr. 2, Kandidat A ist schlecht, leider übersehe ich A) 12... Sxf6+ 13. Lxf6 Lxf6 14. De4  Td8! Der PC bewertet die Stellung mit 0.00! Die von mir gewählte Variante verliert die Partie eigentlich. Doch endete die Partien nach einigen Hochs und Tiefs mit einem glücklichen Sieg für mich.

In der siebten und letzten Runde bekam ich zur Belohnung für mein grandioses Schach noch mal ein DWZ-Schwergewicht vor die Nase gesetzt. Jürgen Lutz (Elo 2028 / DWZ 2001). Es kommt, wie es kommen muss, ich bin nicht in der Lage gegen solche Gegner mitzuspielen. Im Mittelspiel bekomme ich deutlichen Nachteil. Halte mich aber noch aufrecht und kann nach einem ungenauen Zug meines Gegners Ausgleich erzielen. Kurz vor der Zeitkontrolle macht mein Gegenüber einen Fehler, wenige Züge später gibt er auf. Puh, das war knapp.

Fazit

4½ Punkte aus 7 Partien sind nicht verkehrt. Mein Ziel, mich auf über 1700 DWZ zu spielen, habe ich erreicht. Auch ist es in Ordnung, von 141 Spielern als 38. ins Ziel zu kommen. Eine Elo-Halbzahl von 2025 ist auch schön. Allerdings bin ich mit der Art und Weise, wie ich Schach gespielt habe, nicht zufrieden. Ich möchte es als Schweine-Schach bezeichnen. Keine Partie hat meinen Vorstellungen von einer guten Partie Schach entsprochen.

Ach ja, setzt euch nie freiwillig vor 10:00 Uhr ans Schachbrett, es lohnt sich wirklich nicht !

Ralph Bemba

 

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Stand: 1. Januar 2009