Schachabteilung SV Blau-Weiß Concordia Viersen

3. Mannschaft

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9. Spieltag  (3. 4. 2011)

Concordia Viersen III - Springer St. Tönis IV   4½ : 3½
 

Die 3. Mannschaft betrat in diesem Spiel den schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn, dann am Ende des Mannschaftskampfs sind wir irgendwie alle wahnsinnig geworden. Zunächst vor Bangen und schließlich vor Freude. 

Während St. Tönis mit Ersatz antrat, waren bei uns alle Bretter mit Stammspielern besetzt. Auch wenn die Saison eigentlich gelaufen war, bestand noch eine minimale Chance auf einen Sensation in Krefeld, die jedoch nicht eintrat. Man merkt der Mannschaft auch an, dass dieses Spiel zunächst „nur” ein Pflichttermin war und erst später zu einem emotionalen Höhepunkt wurde.

Die Missglückten:

(Brett 3)   Alexander Kalinowiski – Roman Ronken   1 : 0
Roman geriet heute von Anfang an unter Druck und kam nicht in die Lage Gegenspiel zu entwickeln. Die Verteidigungsversuche kosteten schließlich eine Figur, was die Partie nach knapp einer Stunde entschied.

(Brett 6)   Tobias Graven – Robert Fedler   0 : 1
Tobias vergaloppierte sich nach der Eröffnung ziemlich, was zu einem raschen Damenverlust führte. Dennoch kämpfte er bis ins Endspiel und hatte nachher Turm, Läufer und zwei Bauern gegen Dame und zwei Bauern stehen. Hier wäre mit etwas genauerem Spiel ein klares Remis drin gewesen (vorher gab es sogar eine Gewinnmöglichkeit für Tobias, die war aber am Brett kaum zu sehen und wurde erst später in gemeinschaftlicher Analyse gefunden). So wie es kam, verlor Tobias erst den Turm, dann den Läufer und dann die Partie.

Die Dazwischen:

(Brett 8)   Karl-Heinz Höffkes – Uli Becker   ½ : ½
Karl-Heinz spielt zu Beginn wie immer solide und erarbeitete sich nach der Eröffnung einen leichten Stellungsvorteil, der aber nach und nach verlustig ging. Im Mittelspiel verlor Karl-Heinz zudem einen Bauern am Damenflügel. Da sein Gegner jedoch lang rochiert hatte, viel dieser Bauer nicht als zu stark ins Gewicht. Stattdessen wurde die Partie auf den Königsflügel verlegt, wo sich Karl-Heinz zunächst einiger Drohungen erwehren musste, später jedoch hier einen Freibauern bekam. Das Hin und Her in dieser Partei führte schließlich zu einem gerechten Remisschluss, beim Stand von 0 : 2 gegen uns zunächst wenig Grund zur Freude.

(Brett 2)   Paul Küllertz – Walter Schüller   ½ : ½
Paul hatte heute den wahnsinnigsten Blick von allen. Was er auf dem Brett sah, wusste er selbst im nachhinein nicht mehr. Er gab drei Bauern ohne jede Kompensation und stand hierdurch im Mittelspiel eigentlich ohne jede Chance da. Doch hier kam dann das Genie durch, wodurch sich Paul in einem furiosen Endspiel noch Remis erkämpfte, obwohl der St. Töniser die besten Züge von Paul stets für die schlechtmöglichsten hielt. Nur eines konnte Paul schockieren: dass er es am Ende nicht schaffte, die verloren geglaubte Partie trotz allem zu gewinnen.

(Brett 7)   Klaus Kruijer – Dieter Anstötz   ½ : ½
Dieter sah sich einem sehr offensiven gespielten Damengambit gegenüber, in dem ihm ein struktureller Fehler unterlief, wodurch die Stellung für ihn um einiges schwieriger wurde. Jedoch verflachte die Partie zusehends, was auch Dieters guter Verteidigung zu verdanken war. Am Ende wurde trotz zu diesem Zeitpunkt herrschenden Rückstands der Mannschaft Remis geschlossen, um diesen halben Punkt zu sichern, damit Dietmar und ich die Möglichkeit hatten den Mannschaftskampf noch für uns zu entscheiden.

Die Genies:

(Brett 5)   Werner Schönheit – Fritz Alsdorf   0 : 1
Fritz stellte den zwischenzeitlichen Anschluss zum 1½ : 2½ her und gab damit dem Mannschaftskampf neuen Schwung. In seiner Partie kam er nach einer durchwachsenen Eröffnung immer besser zurecht. Im Mittelspiel gewann er erst einen Bauern und dann zudem eine Qualität, was den Rest zur Formsache machte.

(Brett 1)   Stefanie Vinken – Sascha Verkoyen   0 : 1
Um dem verhassten Damengambit aus dem Wege zu gehen, spielte ich das Gleiche wie beim Heimspiel gegen Krefeld. Die Schwierigkeiten, die folgten, waren ebenfalls die gleichen, doch dieses Mal wusste ich sicher, dass ich die Stellung halten würde. Nach dem Abtausch der meisten Figuren fand ich mich in einem remisträchtigen Endspiel mit zwei Türmen und dem weißfeldrigen Läufer auf beiden Seiten wieder. Zunächst schaffte es meine Gegnerin mir einen Bauern abzunehmen und mich positionell einzuengen. Wäre der Mannschaftskampf bis dato anders verlaufen, hätte ich wohl spätestens hier versucht das Remis zu halten. Aber für die Mannschaft musste es mehr sein. Nach einiger Zeit bekam ich den Bauern zurück und zudem einen Freibauern, der am Ende kurz vor der Umwandlung stand. Schlussendlich war es ein Turmeinsteller meiner Gegnerin, welcher die Partie entschied.

So lag es an Dietmar, den Mannschaftskampf zu entscheiden, womit er uns alle in den Wahnsinn trieb.

(Brett 4)   Dietmar Lerchner – Jürgen Bähren   1 : 0
Beide Spieler ließen es zunächst ruhig angehen, so dass die Partie bis zum Endspiel ausgeglichen stand, was zu mehreren Remisangeboten des St. Tönisers führte. Dietmars Ablehnung war am Anfang markig: „Bis zum Matt!”, am Ende routiniert: da es eh schon so spät sei, könne man nun auch weiterspielen. Die Lacher hatten wir auf unserer Seite, den Sieg aber noch lange nicht. Auf dem Brett eroberte Dietmar zunächst nach harter Arbeit einen Freibauern, den er aber nicht vorwärts bringen konnte und schließlich wieder verlor. Inzwischen waren alle übrigen Partien beendet, und nun wurde jeder Zug von zahlreichen Zuschauern gebannt verfolgt. Dietmars Stellung war seltsam anzusehen, mit einem Tripelbauern am Königsflügel. Einige Züge später gelang ihm die Auflösung, aus dem Tripelbauer wurden zwei verbundene Freibauern. Nach einem erzwungenen Turmtausch war die Partie dann gewonnen: Dietmars erster Sieg in dieser Saison, und ein sehr wichtiger!

So ist uns der zweite Platz in der Tabelle nicht mehr zu nehmen. Im nächsten Mannschaftskampf gegen Turm Krefeld haben wir nun noch die Chance mit Uerdingen nach Punkten gleichzuziehen. Was in Anbetracht der unterschiedlichen Mannschaftsstärken eine herausragende Leistung wäre.

Heute in der Fankurve: Rosi, Joachim, Christoph (dem ich für seinen extrastarken Kaffee danke) und Überraschungsgast Thomas Samek, der uns während einer freien Partie mit Paul die Schachweisheit des Tages einbrachte: „Ich stehe besser, also kann ich auch alles abtauschen.”

Zum Saisonabschluss haben wir nun noch ein Auswärtsspiel, am 17. April bei Turm Krefeld V.

Sascha Verkoyen

 

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Stand: 7. April 2011