Schachabteilung SV Blau-Weiß Concordia Viersen

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Dortmunder Sparkassen-Open 2005   (8. - 17. 7. 2005)

 
Dortmund wir kommen ...

Während der normalsterbliche Mensch zu dieser Jahreszeit Urlaub macht oder größere Anstrengungen bei diesen Temperaturen vermeidet, machten sich Dieter und ich uns auf den Weg, um in Dortmunder das B-Open mitzuspielen. Noch auf der Fahrt dahin  -  im ersten Stau  -  legten wir die Taktik für die nächsten Tage fest: Viel denken und wenig Fehler machen!

 
Die ersten fünf Runden  -  Viel denken und ...

Dieter spielt eine starke erste Halbzeit des Turniers. Er holt 1½ Punkte aus 5 Partien. Sein Gegnerschnitt liegt fast 400 DWZ-Punkte über seiner eigenen Spielstärke. Er zeigte seine neuen Eröffnungen und neugewonnene taktische Stärke.

Aus meiner Sicht: Meine ersten fünf Spiele waren recht durchwachsen und ich gewann drei Partien gegen DWZ-schwächere Gegner mit relativ viel Aufwand und noch mehr Mühe. Die beiden Partien gegen DWZ-stärkere Gegner verlor ich, allerdings ohne chancenlos zu sein.
Meine Bilanz zur Halbzeit: 3 Punkte aus 5 Partien.

 
"Oh Gott! Kennt deine Frau die Bilder?"  -  oder ein Nachmittag unter Großmeistern

Am 13. 7. gab es im Rahmen des Großmeisterturniers und des Opens in Dortmund die Auseinandersetzung zwischen den Großmeistern des Superturniers und den Kleinmeistern des Opens. Über 100 Amateure hatten die Gelegenheit gegen die besten Schachspieler der Welt anzutreten.

Ralph Bemba blitzt gegen Weselin Topalov
 Ralph Bemba blitzt gegen Weselin Topalov, Nr. 1 der Weltrangliste

Mein Gegner war kein geringerer als die aktuelle Nummer eins der Weltrangliste, Weselin Topalov aus Bulgarien. Er machte seine Sache ganz nett. Erst ruinierte er hier und dort meine Stellung, anschließend besetzte er wichtige Felder, dann nahm er mir was weg und dann gab ich auf.

Der ein oder andere Großmeister erledigte seine Pflichtaufgabe und spielte seine 10 Partien gegen die Amateure. Besonders beliebt machten sich die Spieler, die nach Erledigung ihrer Pflichtaufgabe weiterblitzten. Besonders hervor tat sich Peter Heine Nilsen aus Dänemark, der gar nicht mehr aufhören konnte zu blitzen. Die Großmeister schrieben fleißig Autogramme und zeigten sich auch ansonsten ansprechbar für die zahlreichen Fans.

GMs Peter Swidler (vorne), Arkadij Naiditsch (mitte) beim Blitz
 GMs Peter Swidler (vorne), Arkadij Naiditsch (mitte) beim Blitzschach gegen Amateurspieler


Folgende Anekdote möchte ich kurz erwähnen:

Ein Schachfreund "konfrontierte" Peter Leko mit Fotos aus einem Turnier Mitte der neunziger Jahre. Unschwer war am bunten Hemd zu erkennen, dass es sich um Peter Leko handeln musste. Loek van Wely, der in der Nähe stand, erspähte die Fotos und kommentierte: "Oh Gott! Kennt deine Frau die Bilder? Ich hoffe nicht, sonst ist sie weg ..."

 
Die Runden sechs bis neun  -  es geht weiter ...

Dieter holt sich noch einen Skalp und beendet die zweite Spielserie mit 1 aus 4 und erspielt sich damit 2½ aus 9. Die Beteiligung von Jugendspielern war beim B-Open sehr hoch, so dass Dieter achtmal gegen Jungspunde spielen durfte.

Fazit: Dieter hat ein starkes Turnier gespielt und gegen durchweg stärkere Gegner gepunktet, seine Erfolgsbilanz: 2 Siege, 1 Unentschieden und 6 Niederlagen, das entspricht einer Steigerung seiner DWZ um 58 Punkte von 997 auf 1055.

Aus meiner Sicht: Beflügelt durch das Händeschütteln der Nummer eins in der Welt, spielte ich im weiteren Turnierverlauf stark auf und schnupperte an den Ratingpreisen für Spieler bis 1700 DWZ-Punkten. Ich holte aus den verbleibenden vier Runden 3 Punkte. Beim einem Gegnerschnitt von 1826 entspricht das einer Turnierleistung von 2027; wenn da nur nicht der durchwachsende Start gewesen wäre ...

Ein hübsches Partiebeispiel:
Bemba  -  Liu  1 : 0   (Javascript; Seite öffnet in neuem Fenster)

Fazit: Dank einer starken zweiten Turnierhälfte kann ich einen positiven Abschluss dieses Turniers für mich verbuchen. Meine Erfolgsbilanz 5 Siege, 2 Unentschieden und 2 Niederlagen.

 
Was sonst noch so geschah in Dortmund ...

Zu den Rahmenbedingungen des B-Opens ist zusagen, dass Schachspieler die Wert auf Ruhe legen lieber andere Turniere spielen sollten. Bis auf die ersten 13 Bretter des B-Opens, die in den Räumlichkeiten des A-Opens spielen durften, fanden die restlichen Partien in einem offenen Bereich des neuen Dortmunder Rathauses statt. Diverse Hochzeitsgesellschaften präsentierten sich für einen Fototermin im benachbarten Treppenbereich und untermalten die Spiele mit einer teilweise lebhaften Geräuschkulisse. Ansonsten war die Organisation des B-Opens aber durchweg gut.

Das B-Open wurde von Felix Bastians vor Ingrid Voigt und Jörg Schorr gewonnen. Dieter wurde 125. (124. der Setzliste) und ich 22. (57. der Setzliste). Insgesamt nahmen 135 Schachfreunde am B-Open teil.
Abschlußtabelle des B-Opens bei den Schachfreunden Dortmund-Brackel )
Das A-Open wurde von Thomas Henrichs gewonnen. Überschattet wurde das A-Open allerdings durch einen ELO-Skandal  -  mehr dazu auf der Internetseite von deep-chess.de.

Sieger des GM-Turniers: Arkadij Naiditsch
 Sieger des Großmeister-Turniers: Arkadij Naiditsch


Das Großmeisterturnier fand erstmalig in seiner Geschichte einen Deutschen Sieger: Arkadij Naiditsch. Er ist gleichzeitig mit 19 Jahren auch der jüngste Spieler, der das traditionsreiche Turnier in Dortmund gewinnen konnte. Mehr Informationen dazu gibt es auf der Internetseite von Chessgate.

 
Ralph Bemba

Die Fotos des Großmeister-Events stellte mir Schachfreund Roland Friedel vom SC Sendenhorst e.V. zur Verfügung.

 

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Stand: 10. September 2005